Nachhaltige Monatshygiene – wohin mit deinem Menstruationsblut?

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Blogparade von Bruellmaus

Die meiste Zeit meines Lebens habe ich Tampons benutzt. Seit ungefähr 4 Jahren nutze ich nun allerdings eine Menstruationstasse als nachhaltige Form der Monatshygiene und bin total begeistert.

Nicht nur für mich persönlich ist die Tasse eine große Bereicherung, auch für die Umwelt ist sie besser als herkömmliche Binden und Tampons.

Denn jährlich werden weltweit 45 Milliarden Binden und Tampons verbraucht.

Und weil du eine Frau bist, einen Zyklus hast und menstruierst, bist du eh sehr eng mit der Natur und unserer Erde verbunden. Wäre es da nicht schön, sie nicht mit Wegwerfprodukten zu verschmutzen?

Genau deshalb möchte ich dir heute nachhaltige Produkte für deine Monatshygiene vorstellen.

Warum ist nachhaltige Monatshygiene wichtig?

1. für deinen Körper

Es ist insgesamt wichtig, dass du darauf achtest, was du deinem Körper zuführst. Das sollte alle Lebensbereiche umfassen. Lebensmittel. Kosmetik. Putzmittel, die durch Hautkontakt in deinen Körper gelangen. Mikroplastik. Aber eben auch deine Monatshygiene.

Denn in herkömmlichen Binden und Tampons ist super viel Chemie enthalten.

Es werden zum Beispiel Bleichmittel und Weichmacher für die Baumwolle benutzt, damit sie sich für deine Monatshygiene eignen.

In einigen Artikeln konnten auch synthetische Duft- und Farbstoffe nachgewiesen werden.

Formaldehyd, Glyphosat, Dioxine wurde ebenfalls in herkömmlichen Binden und Tampons gefunden.

Bei der ganzen Chemie liegt es ziemlich nahe, dass die Stoffe krebserregend und allergieauslösend sind. Außerdem kann es durch sie zu Veränderungen in deinem Hormonhaushalt kommen.

Und jetzt denk mal darüber nach, dass deine Vulva und deine Vagina empfindliche Teile deines weiblichen Geschlechts sind, die mit Schleimhaut überzogen sind. Und durch deine Schleimhäute nimmst du diese ganzen Chemikalien ganz besonders gut auf.

Als ich mir das bewusst gemacht habe, war ein Umstieg auf nachhaltige Monatshygiene klar.

2. für deine Erde

Aber nicht nur für deinen wundervollen Körper sind herkömmliche Binden und Tampons schädlich.

Es ist ziemlich naheliegend, dass sie auch für die Umwelt nicht sonderlich gut sein können.

Allein durch den Anbau von Baumwolle werden super viele Ressourcen verbraucht. Allein für 1kg Baumwolle werden ungefähr 11.000 l Wasser benötigt. Von der Wassermenge könnten 120 Menschen einen Tag lang leben.

Davon mal ganz abgesehen sind Wegwerfprodukte nie gut für die Umwelt. Noch dazu kann die ganze Chemie nicht biologisch abgebaut werden und belastet die Erde zusätzlich.

Außerdem kommt es illegalem Raubbau von Wäldern. Tampons und Binden bestehen nämlich zum größten Teil aus Viskose. Für die Gewinnung von Viskose werden zahlreiche Bäume benötigt. Das Europäische Parlament schätzt den Anteil des illegalen Holzsschlags weltweit auf 20 – 40%.

Deine Produkte für nachhaltige Monatshygiene

1. Menstruationstasse als nachhaltige Monatshygiene

Meinen persönlichen Favoriten der nachhaltigen Monatshygiene stelle ich dir gleich als erstes vor: die Menstruationstasse.

Ich benutze die meLuna – Menstruationstasse. Du kannst sie einfach bei DM kaufen, was noch ein Punkt für Nachhaltigkeit ist. Internetversand ist schädlich für die Umwelt, da die Sachen meist mit einem Auto zu dir transportiert werden. Außerdem sind sie schlecht für deine lokalen Läden.

Vorteile von Menstruationstassen

Menstruationstassen sind lange haltbar. Bei richtiger Pflege halten sie bis zu mehreren Jahren. Nach deiner Menstruation musst du sie ca. 3 Minuten in heißem Wasser auskochen. Dann kannst du sie für deine nächste Monatsblutung wieder ganz normal verwenden.

Ein weiterer Vorteil ist, dass man oder frau dein Menstruationsblut nicht riechen kann. Durch die Stoffe in Binden oder Tampons reagiert dein Blut und du kannst es riechen – das entfällt bei der Menstruationstasse.

Und noch ein Vorteil: du musst sie nur alle 12 Stunden leeren. Das heißt, ich leere sie 1x morgens nach dem Aufstehen und 1x abends, bevor ich schlafen gehe. In diesen Fällen bin ich auch meist zu Hause, bzw. immer da, wo eine Toilette mit Waschbecken ist und ich sie super einfach leeren und neu einsetzen kann.

Herausforderungen bei Menstruationstassen

Einigen Frauen fällt es schwer, sich mit ihrem Körper und mit ihrer Menstruation auseinanderzusetzen. Durch die Menstruationstasse kommst du deinem Körper sehr viel näher. Du siehst, wie viel du tatsächlich blutest und auch beim Einsetzen kommst du sehr in Kontakt mit deiner Vulva und deiner Vagina.

Ich denke, dass es ein Vorteil ist, sich selbst und seinem Körper näher zu kommen. Nimm die Herausforderung also gerne an und schau, was passiert.

Als kleine Motivation dir und deinem Körper näher zu kommen, empfehle ich dir meine Artikel über die weiblichen Genitalien und deine Menstruation.

Eine weitere Herausforderung kann das Einsetzen der Tasse darstellen. Mir hat damals diese Anleitung sehr geholfen.

Wenn du es ein paar Mal geübt hast, ist aber auch das kein Problem mehr.

Ich empfehle dir allerdings vor Beginn deiner nächsten Menstruation zu üben. Vor allem, wenn du Menstruationsschmerzen hast, ist es ziemlich unangenehm, das Einsetzen dann zu Üben.

2. Stoffbinden als nachhaltige Monatshygiene

Bei Stoffbinden solltest du darauf achten, dass sie aus zertifizierter Bio – Baumwolle sind.

Ich selber habe meine damals mit dieser Anleitung genäht.

Mittlerweile gibt es super viele solcher Anleitungen im Internet.

Wenn dir nähen nicht so liegt, kannst du dir auch welche kaufen. Diese finde ich zum Beispiel sehr süß. Aber auch was Stoffbinden anbelangt ist das Internet mittlerweile voll davon.

Ich benutze die Stoffbinden als eine Art Back – up, falls meine Menstruation mal so stark ist, dass die Menstruationstasse das Blut nicht halten kann. Meist reicht sie allerdings aus.

3. Stoff – Slipeinlagen als nachhaltige Monatshygiene

Sowohl für die Tage zwischen deiner Menstruation, als auch als kleiner Back – up während deiner Menstruation, kannst du Stoff – Slipeinlagen benutzen.

Auch hier solltest du auf zertifizierte Bio – Baumwoll – Qualität achten.

Ich habe meine auch selbstgenäht. Mit der gleichen Anleitung, mit der ich meine Stoff – Binden genäht habe.

Sowohl mit meinen Stoff – Binden, als auch mit meinen Stoff – Slipeinlagen bin ich total zufrieden. Klar, verfärben sie sich mit der Zeit, aber das macht mir nichts. Sie sitzen sehr gut, riechen nicht und sind leicht zu handhaben. Mit einem Druckknopf kannst du sie um deine Unterhose befestigen.

Für unterwegs haben viele ein kleines Täschchen dabei. In der einen Seite kannst du die getragenen Einlagen aufbewahren und in der andere liegen die frischen.

4. Menstruationshöschen als nachhaltige Monatshygiene

Menstruationshöschen sind Unterhosen, die speziell für deine Menstruation sind. Das bedeutet, dass sie dein Blut aufsaugen und du keine zusätzlichen Produkte verwenden musst.

Sie sind stramm geschnitten und mit speziellen Nähten ausgerüstet, sodass nichts daneben läuft, sie aber trotzdem bequem sind.

Im Schritt haben sie ein integriertes Membransystem mit verschiedenen Lagen, wodurch dein Menstruationsblut aufgefangen wird. Und trotzdem sind sie ziemlich dünn, sodass es nicht unangenehm ist sie zu tragen und es sich nicht so anfühlt, als hättest du eine Windel an.

Sie bestehen auch aus Naturfasern und sind so konzipiert, dass sie bis zu 15 ml Flüssigkeit aufnehmen können – das entspricht 3 Tampons.

Sogar optisch sind diese Höschen ein Hingucker und nicht Oma – mäßig, wie du sie dir vielleicht vorstellst.

5. waschbare Stoff – Tampons als nachhaltige Monatshygiene

Ich muss zugeben, hiervon hatte ich bis zur Recherche für diesen Artikel noch nichts gehört, finde die Idee aber super.

Die waschbaren Stoff – Tampons sind ebenfalls aus zertifizierter Bio – Baumwolle und meist zum Ausrollen. Das bedeutet, du rollst das Stückchen Stoff zusammen, sodass es letztendlich die Form eines Tampons hat. Damit es hält, wickelst du die integrierte Schnur herum und lässt das Ende frei hängen – das ist dann dein Rückholbändchen.

Es gibt sie in 3 verschiedenen Größen – je nach Stärke deiner Blutng.

Nach der Benutzung musst sie sie waschen, wenn sie trocken sind, kannst du sie ganz einfach wieder verwenden.

Nach ca. 4 – 5 Stunden musst du sie wechseln.

Eigentlich alles, wie bei einem herkömmlichen Tampon, nur dass sie besser für dich, deine Schleimhäute und deine Erde sind.

6. Menstruationsschwamm als nachhaltige Monatshygiene

Als natürliche Alternative zu Tampons kannst du auch einen Menstruationsschwamm benutzen.

Menstruationsschwämme sind ein reines Naturprodukt und bestehen aus nachwachsenden Ressourcen.

Viele benutzen zusätzliche zum Menstruationsschwamm noch eine Stoffbinde oder Stoff – Slipeinlage, falls doch mal etwas daneben geht.

Vor der ersten Nutzung ist es ratsam den Schwamm in Essigwasser (Verhältnis 1:2) einzulegen und zu trocknen, um eventuelle Keime abzutöten.

Vorteile des Menstruationsschwamms

Leichte Handhabung, ähnlich wie beim Tampon.

Du kannst das Schwämmchen sogar beim Sex im Körper lassen, im Gegensatz zur Menstruationstasse. Vorsicht aber: Menstruation ist keine Verhütung. Trotz Menstruation kannst du schwanger werden – verhüte also immer zusätzlich beispielsweise mit einem Kondom. Hier geht’s zu meinem Artikel über hormonfreie und natürliche Verhütung, wenn du an mehr Wissen interessiert bist.

Außerdem lassen sie sich sehr leicht einführen und trocknen deine Vagina nicht aus.

Anwendung des Menstruationsschwämmchens

Vor dem Einsetzen, hältst du den Schwamm unter fließendes Wasser und drückst ihn anschließend aus.
Wenn er nach einigen Stunden voll ist, holst du ihn wieder raus. Das funktioniert sehr gut, auch ohne Rückholbändchen. Du merkst ganz von alleine, wenn er voll ist, da er beginnt nach unten zu rutschen. Je nach stärke deiner Blutung dauert es unterschiedlich lang. Er sollte allerdings nicht länger als 8 Stunden in deinem Körper bleiben, da dann auch hier die Gefahr des Toxischen Schocksyndroms besteht.

Anschließend wäscht du ihn erst mit kaltem, dann mit warmen Wasser aus und kannst ihn dir wieder einsetzen.

Wenn deine Monatsblutung vorbei ist, wäscht du ihn aus und kannst ihn wieder über Nacht in Essigwasser einlegen. Anschließend lässt du ihn an der Luft und wenn Sonne scheint, in der Sonne trocknen. Wichtig ist, dass er ganz trocken ist, bevor du ihn das nächste Mal benutzt.

7. free bleeding als nachhaltige Monatshygiene

Free – bleeding bedeutet, dass du ohne jegliche Produkte der Monatshygiene auskommst. Es wäre somit also die nachhaltigste aller Alternativen.

Für die Technik brauchst du einen gut trainierten Beckenboden und eine gute Verbindung zu diesem.

Wir menstruieren ja nicht 24/7, sondern in Intervallen. Wenn du also merkst, dass dein Blut sich ankündigt (ähnlich, wie beim Urin), kannst du eine Toilette aufsuchen oder es so lange in dir halten, bis du das nächste Mal auf Toilette gehen kannst.

Ich finde die Idee dahinter ganz gut, denn so bist du super nah mit dir und deinem Körper verbunden.

Ich selbst habe es allerdings noch nicht praktiziert und würde dir als Anfängerin raten, es erst einmal zu Hause zu versuchen, wenn du Ruhe hast und dich voll auf dich und deinen Körper konzentrieren und einlassen kannst.

Praktizierst du free – bleeding oder hast du waschbare Tampons schon einmal benutzt?
Was benutzt du für deine Monatshygiene?
Was hierbei wichtig?
Worauf achtest du ganz besonders?
Was hast du für Erfahrungen gemacht?
Teile es mit und schreib es unten in die Kommentare – ich bin ganz neugierig.

In Liebe,

deine Pia

*dieser Artikel enthält unbezahlte Werbung.

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Hey, ich bin Pia.
Auf diesem Blog zeige ich dir, einen entspannten Umgang mit dir selbst.
Ich möchte Erholung in deinen Alltag integrieren und über den weiblichen Körper und die weibliche Sexualität aufklären, um einen gelassenen Umgang damit schaffen.
Vielleicht kann ich das ein oder andere Tabu für dich brechen und Wissenslücken schließen.
Ganz viel Spaß auf Vulvarine.

Mehr über mich…

#vempowerment

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