Orgasm Chasm

Über den weiblichen* Orgasmus – und wie du ihn erlebst

Hast auch du vielleicht auch schonmal einen Orgasmus vorgetäuscht, wie circa 90% aller Frauen*?

Denn laut einer Studie der Uniklinik Hamburg hatten 46% der befragten Frauen* zwischen 25 und 29 Jahren noch keinen sexuellen Höhepunkt.

Bei jungen Frauen* und Mädchen ist diese Zahl noch höher. Der Durex – Studie zufolge hatten 77% aller Mädchen noch keinen Orgasmus beim Sex.

Geht es dir auch so?

Fakten zum weiblichen* Orgasmus

Ich denke, mehr Wissen über den eigenen Körper kann nie schaden, denn so kannst du deinen Körper besser verstehen und einordnen.

Da wir nun aber leider in einer männlich* dominierten Welt leben, wird auch dem männlichen* Orgasmus und dem männlichen* Körper mehr Aufmerksamkeit geschenkt. So kommt es eventuell dazu, dass du wenig über deinen Körper und den weiblichen* Orgasmus weißt.

Vielleicht erleichtert dich jetzt schon allein die Tatsache, dass der weibliche* Orgasmus komplexer ist, als der männliche*.

Denn im Gegensatz zum Höhepunkt des Mannes* ist nämlich emotionale Nähe für uns Frauen* entscheidend, da der weibliche* Orgasmus im Kopf entsteht.

70% der Frauen* sind zum Beispiel schon einmal durch einen Orgasmus aufgewacht. Davon zu träumen hat also ausgereicht, um zum Höhepunkt zu kommen. 

Das heißt, deine Erregung bildet sich im Gehirn. Erst, wenn sie da angefangen hat, fällt es dir leicht, dich und deinen gesamten Körper auf den Sex einlassen. Von daher ist besonders die Anfangsphase beim Sex wichtig für uns Frauen*. Es fällt uns schwerer als den Männern* uns zu konzentrieren und auf das Vorspiel oder den Sex einzulassen.

Hier ist wichtig zu wissen, dass Frauen* nicht langsamer auf sexuelle Reize reagieren, als Männer*. Wir werden in der Anfangsphase der Erregung nur leichter abgelenkt. Deshalb ist ein*e einfühlsam*e Partner*in wichtig.

Das zeigt, dass allein die vaginale Penetration bei uns nicht ausreichend ist. Möglichst viele erogene Zonen sollten in das Vorspiel und in den Sex mit einbezogen werden, um Vertrautheit und Intimität zu schaffen.

Denn Frauen* haben kein Bedürfnis der reinen körperlichen Befriedigung. Wir haben ein Bedürfnis nach emotionaler und körperlicher Intimität. Erst, wenn das erfüllt ist, kannst du dich fallen lassen und den Sex genießen.

Die 4 Phasen des weiblichen* Orgasmus

Falls du meinen Artikel über die Vulva noch nicht gelesen hast, empfehle ich dir, ihn zuerst zu lesen. Dort ist nämlich der genaue Aufbau deines Geschlechts erklärt und mit dem Wissen kannst du diesen Abschnitt vielleicht bildlicher verstehen.

Deine sexuelle Erregung teilt sich in 4 Phasen auf, die ich dir jetzt näher erkläre.

1. Die Erregungsphase

Die erste Phase des der sexuellen Reaktion von dir ist die Erregungsphase.

In der Erregungsphase wird dein ganzer Körper in Lust versetzt. Das passiert beispielsweise durch Berührungen und Küsse am ganzen Körper.

Körperliche Anzeichen deiner Erregung sind zum Beispiel:

  • das Feuchtwerden deiner Vagina

  • deine Klitoris schwillt an

  • deine äußeren Vulvalippen schwellen an und öffnen sich

  • du spannst oft automatisch deine Beckenmuskeln an, um deine Erregung zu verstärken

2. Die Plateauphase

Die Plateauphase ist die verlängerte Erregungsphase. Du erreichst einen bestimmten Grad sexueller Anspannung, der bis zum Orgasmus erhalten bleibt.

In der Plateauphase

  • färben sich deine inneren Vulvalippen dunkel und schwellen an

  • dein Puls und dein Blutdruck steigt

  • deine Klitoris zieht sich unter ihre Vorhaut zurück und kann nicht mehr direkt erreicht werden; dadurch steigert sich deine sexuelle Erregung.

  • Orgastische Manschette – das heißt, dein Vaginaeingang verengt sich und der Muskel schließt sich zum Beispiel um den Penis

3. Die Orgasmusphase

Während deines Höhepunktes können Muskelzuckungen durch deinen ganzen Körper gehen. Deine orgastische Manschette, deine Gebärmutter und dein Schließmuskel kontrahieren ruckartig.

Dein Orgasmus erfasst deinen gesamten Körper, er ist der Höhepunkt und die Entladung deiner Lust.
Manche Frauen* haben eine weibliche* Ejakulation. Sie scheiden eine Flüssigkeit aus der Harnröhre aus, die der Flüssigkeit in der männlichen* Prostata ähnelt.

Auf den sexuellen Höhepunkt folgt dann die absolute Entspannung.

4. Die Rückbildungsphase

Nach dem Orgasmus braucht dein Körper Zeit, um sich von der Erregung zu entspannen.

Deine orgastische Manschette löst sich, deine Vulvalippen und deine Klitoris schwellen ab und das Blut verteilt sich im Körper um.

Im Gegensatz zu Männern*, können wir allerdings multiple Orgasmen haben.

Klitoraler vs. Vaginaler Orgasmus

Du als Frau* hast das Glück einen Höhepunkt gleich auf verschiedene Arten bekommen zu können: der klitorale und der vaginale Orgsamus.

Der klitorale Orgasmus ist der häufigste Orgasmus und steht völlig zu unrecht in Verruf. Wem haben wir das zu verdanken? Freud.

Freud behauptete nämlich, dass der klitorale Orgasmus der „kindliche“ Orgasmus sei. Erst der vaginale Orgasmus sei ein „richtiger“ Orgasmus. Reife Frauen* haben also einen vaginalen Orgasmus und unreife Frauen* „nur“ einen klitoralen. Der klitorale Orgasmus ist Freud folgend also ein Zeichen sexueller Unreife. Nach Freud ist der klitorale Orgasmus der moralisch schlechtere Orgasmus und der vaginale Orgasmus der moralisch bessere.

Alfred Kinsey hatte eine noch bessere Theorie.
Er behauptete, dass es Frauen* nur möglich ist einen klitoralen Orgasmus zu bekommen. In der Vagina würden keine Nervenenden verlaufen, was sie zum toten Raum für Lust machte. Kinsey sah ihre einzige Funktion darin, ein Gefäß für Penis und Sperma zu sein.
Fantastisch, oder?

Kein Wunder also, dass es so viel Unwissen und Irrglaube um den weiblichen* Orgasmus gibt.

Fakt ist allerdings, dass du als Frau* auf mehrere Arten zum Höhepunkt kommen kannst. Sowohl zum Beispiel klitoral als auch vaginal.

Der klitorale Orgasmus

Viele Frauen* kommen durch die Stimulation der Klitoris am leichtesten zum Höhepunkt. Der klitorale Orgasmus ist häufig der erste und manchmal auch die einzige Art des Orgasmus, die Frauen* erleben.

Er wird von vielen Frauen* als spitzes und örtliches Gefühl beschrieben und dauert bis zu einer Minute.

Der vaginale Orgasmus

Der vaginale Orgasmus ist ein wenig schwieriger zu erreichen. Hierfür muss dein G – Punkt stimuliert werden. Doch der G – Punkt ist bei jeder Frau* unterschiedlich stark ausgeprägt und seine Theorie insgesamt noch immer umstritten.

Bekommst du einen vaginalen Orgasmus ist es ein tiefes, entspannendes Gefühl, das weiter ausstrahlt, als der klitorale Orgasmus.

Wie du einen befriedigenden Orgasmus erlebst

Super, jetzt weißt du, welche Vorgänge, während eines Orgasmus im Körper ablaufen.
Kommen wir nun dazu, wie auch du zum Höhepunkt kommen kannst.

1. Masturbation

Eine Studie der Uniklinik Hamburg hat ergeben, dass 87% aller Frauen* im Alter zwischen 25-29 Jahren bei der Selbstbefriedigung kommen.
Masturbation bringt dich also mit ziemlicher Sicherheit zum Höhepunkt und ist somit der „befriedigendste“ Orgasmus, da du mit hoher Wahrscheinlichkeit kommst.

2. Kein Druck und kein Stress

Stress und Druck sind Orgasmus-Killer.

Durch Entspannung und Fallen lassen, kommst du. Wenn du stattdessen auf ihn hinarbeitest, entgleitet er dir.

Wichtig ist, dass du dich wohl fühlst und dass deine Lust deinen ganzen Körper ergreift. Denn die reine körperliche Befriedigung reicht bei dir als Frau* oft nicht aus, Intimität ist ein wesentlicher Faktor, um zum Höhepunkt zu kommen.

Wie du Entspannung im Alltag findest, erkläre ich dir in meinem Artikel über Achtsamkeit.

3. Lerne deinen Körper kennen und lieben

Warum es wichtig ist, deinen Körper zu kennen, habe ich hier bereits beschrieben.

Nur, wenn du dich selbst kennst, weißt du, was dir gefällt und nur dann kannst du dich fallen lassen. Wichtig hierfür ist auch, deinen Körper zu akzeptieren und dich in ihm wohl zu fühlen. So kannst du dich ganz unverstellt auf deine Lust einlassen und einen befriedigenden Orgasmus erleben.

4. Sag' und zeig' was dir gefällt

Dein*e Partner*in kann höchstens erahnen, was dir gefällt, deshalb ist es umso wichtiger, dass du es weißt und kommunizieren kannst.

Sage oder zeige deinem*r Partner*in, was dir gefällt, denn so erlebst wahrscheinlicher einen Orgasmus.

Fällt dir das reden schwer, kannst du deinen*r Partner*in auch führen und ihm*ihr zeigen, was dir gefällt. Ich bin mir sicher er*sie wird es begeistert annehmen und dir danken, da er*sie sich nun auch auf einem sicheren Feld bewegt und sich ganz bestimmt auch freut, wenn es dir gefällt.

Du möchtest noch mehr über deinen Orgasmus wissen?

… ich empfehle dir das Buch „Vagina. Eine Geschichte der Weiblichkeit“ von Naomi Wolf(*). Du kannst in diesem Buch insgesamt viel neues über deine Vagina lernen, aber auch ganz besonders über deinen Orgasmus.

Welche Orgasmus – Erfahrungen hast du? Hast du noch Tipps und Tricks oder kannst mehr Wissen empfehlen? Dann freue ich mich, über deinen Kommentar.

In Liebe,
Pia

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Hey, ich bin Pia.
Auf diesem Blog zeige ich dir, einen entspannten Umgang mit dir selbst.
Ich möchte Erholung in deinen Alltag integrieren und über den weiblichen Körper und die weibliche Sexualität aufklären, um einen gelassenen Umgang damit schaffen.
Vielleicht kann ich das ein oder andere Tabu für dich brechen und Wissenslücken schließen.
Ganz viel Spaß auf Vulvarine.

Mehr über mich…

#vempowerment

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