Warum du hormonfreie Verhütungsmittel kennen solltest

13 Jahre lang habe ich die Pille genommen.
Zwischendurch habe ich sie 1x für ungefähr ein halbes Jahr abgesetzt, hatte dann aber so starke Menstruationskrämpfe, dass ich sie nach 6 Monaten wieder genommen habe.
Bis auf die ersten zwei Jahre war ich allerdings immer sehr unzufrieden damit, sie zu nehmen, hab mich aber aus Angst vor den Schmerzen nicht getraut, sie noch einmal abzusetzen. Heute benutze ich hormonfreie Verhütungsmittel.

Denn mit 26 fing ich dann an, mich insgesamt mit einem natürlichen und gesunden Lebensstil, Minimalismus und Nachhaltigkeit zu beschäftigen und begann zu hinterfragen, was ich meinem Körper alles zuführe. Nicht nur Kosmetika fielen daraufhin weg, sondern als letztes auch die Pille.

Und, was soll ich sagen? Ich fühle mich sehr viel wohler, seit ich sie nicht mehr nehme.
Meine Unterleibschmerzen sind zwar immer noch sehr stark, aber ich bin mir selbst sehr viel näher und habe einen neuen Zugang zu mir bekommen.
Seit ich die Pille nicht mehr nehme, habe ich ein anderes Körpergefühl und kenne meinen natürlichen Zyklus besser.

Falls du auch überlegst, die Pille abzusetzen, kann ich dir nur dazu raten und möchte dir hormonfreie Verhütungsmittel vorstellen.

Warum du keine hormonellen Verhütungsmittel verwenden solltest

Zu meinem ausführlichen Artikel über hormonelle Verhütungsmethoden geht’s hier lang.

Wenn du hormonelle Verhütungsmittel nimmst, ist das immer ein Eingriff in deinen natürlichen Hormonhaushalt. Körperliche und psychische Beeinträchtigungen können die Folge sein.
Gewichtsschwankungen. Migräne. Verlust deiner Lust. Thrombosen. Lungenembolien. Das alles können Folgen hormoneller Verhütung sein.
Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) kam 2011 zu dem Schluss, die Pille für den Mann sei unzumutbar, da Depressionen, Gewichtszunahme oder Hautprobleme als Nebenwirkungen auftreten können. Kurios, oder? Wir Frauen dürfen genau ein solches Präparat seit Jahren nehmen, Männern kann das allerdings nicht zugemutet werden.
Damit möchte ich nicht sagen, dass Männer sich diese Nebenwirkungen antun sollen – allerdings auch nicht wir Frauen. Niemandem sollte das zugemutet werden.

Es gibt eine Reihe hormonfreier Verhütungsmittel. Ich erkläre dir, welche es gibt und worauf du achten musst.

Hormonfreie Verhütungsmittel

Wie sicher sind hormonfreie Verhütungsmittel?

Der Pearl – Index

Du kannst dich am Pearl – Index orientieren, um zu sehen, wie sicher ein hormonfreies Verhütungsmittel ist.

Der Pearl – Index zeigt, wie hoch der Anteil sexuell aktiver Frauen ist, die trotz Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres schwanger werden.
Je niedriger die Zahl des Pearl – Index, desto sicherer ist das hormonfreie Verhütungsmittel.
Liegt der Pearl – Index beispielsweise bei 1, wurde eine Frau innerhalb eines Jahres trotz des Verhütungsmittels schwanger.

Welche hormonfreien Verhütungsmittel gibt es?

Kondom

Pearl – Index: 2 – 12

Kosten: ca. 60 Cent

Kondome sind wahrscheinlich die am meisten gebrauchten hormonfreien Verhütungsmittel.

Wenn du ein Kondom richtig anwendest, schützt es dich ziemlich zuverlässig vor einer Schwangerschaft und auch vor Geschlechtskrankheiten.

Du solltest allerdings aufpassen, dass du das Kondom nicht mit deinen Zähnen oder Fingernägeln beschädigst.

Kondome sind relativ leicht zu bekommen – du findest sie im Supermarkt und in jeder Drogerie.

Es gibt sogar vegane nachhaltige Kondome(*).

Sollte ein Kondom mal nicht passen – es gibt sie auch in unterschiedlichen Größen, Farben und Ausführungen. Viele Männer finden Kondome unangenehm. Aber lass dich hier auf keine Diskussion ein. Lieber safe als sorry.

Femidom

Pearl – Index: 5 – 24

Kosten: ca. 12 Euro für 3 Stück

Ein eher unbekanntes hormonelles Verhütungsmittel ist das Femidom.
Denn im Gegensatz zum herkömmlichen Kondom, ist das Femidom schwerer zu bekommen und auch teurer. Du kannst es zum Beispiel im Sexshop kaufen oder hier bei Amazon(*) bestellen.

Leider ist es auch umständlicher in der Handhabung, als das herkömmliche Kondom.
Das Femidom ist ein Plastikschlauch, an dessen Enden jeweils ein Ring ist.
Einen Ring drückst du zusammen, um es einzuführen. Es kleidet dann deine Vagina aus.
Halte den äußeren Ring fest, wenn der Penis in die Vagina eingeführt wird, damit es nicht verrutscht.

Sowohl das herkömmliche Kondom, als auch das Femidom schützen dich vor Geschlechtskrankheiten.

Wie auch das herkömmliche Kondom darf es nur 1x verwendet werden

Diaphragma und Portiokappe

Pearl – Index: 1 – 20

Kosten: ca. 35 Euro (plus Kosten fürs Verhütungsgel)

Das Diaphragma und die Portiokappe sind runde Hütchen aus Silikon.

Portiokappen sind kleiner als Diaphragmen und saugen sich direkt am Muttermund fest. Dadurch spürst du sie weniger.
(Wenn du genau wissen willst, wo deine Vagina oder dein Muttermund sich befinden, lies dir diesen oder diesen Artikel von mir durch)

Sowohl das Diaphragma als auch die Portiokappe werden vor dem Sex in die Vagina eingeführt und vor den Muttermund gesetzt. So bilden sie eine Barriere zwischen Spermien und dem Muttermund. Die Spermien kommen nicht an ihnen vorbei und können so nicht in die Gebärmutter.

Du kannst das Diaphragma oder die Potiokappe bis zu zwei Jahre lang verwenden. Nach dem Sex solltest du es mit Wasser abspülen und immer darauf achten, dass keine Löcher drin sind.

Wichtig ist, dass die richtige Größe des Diaphragmas oder der Portiokappe ausgesucht wird. Außerdem solltest du dir ganz genau erklären lassen, wie sie eingesetzt werden. Und am Besten vor dem Sex ein paar Mal üben.

Noch sicherer, werden das Diaphragma oder die Portiokappe, wenn sie gleichzeitig mit Spermiziden angewendet werden.

Spermizide

Pearl – Index: 3 – 21

Kosten: 3 – 15 Euro (kommt auf das Spermizid drauf an)

Spermizide zählen zu den chemischen Verhütungsmitteln. Du bekommst sie als Gel oder Zäpfchen rezeptfrei in der Apotheke.

Sie töten dann die Spermien ab. Und ihre Wirkung hält 2 Stunden.
Du solltest sie aber mindestens 10 Minuten vor dem Sex einführen.

Spermizide werden häufig in Verbindung mit Intrauterinpessaren verwendet, was die Wirkung beider Verhütungsmethoden stärkt.

Der Pearl – Index der Spermizide hat eine so große Spanne, weil es hier sehr auf das Produkt ankommt. Wenn du also nicht schwanger werden möchtest, würde ich dir Spermizide als alleinige Verhütungsmethode nicht empfehlen.

Wichtig ist auch, dass du sie nicht in Verbindung mit einem Kondom verwendest. Durch die Chemie der Spermizide kann die Wirkung des Kondoms beeinträchtigt werden.

Ich sehe auch kritisch, dass du deinem Körper dann zwar keine Hormone zuführst, was natürlich gut ist. Allerdings Chemie direkt in Verbindung mit den empfindlichen Schleimhäuten deiner Vulva und Vagina kommt.

Intrauterinpessaren: Kupferspirale, Kupferkette, Kupferball

Pearl – Index: 0,3 – 0,8

Kosten: 200 – 400 Euro (inklusive Einsetzen bei der Frauenärzt*in)

Kupferspirale, Kupferkette und Kupferball gehören zu den Intauterinpessaren.

Die Kupferspirale ist T – förmig und mit Kupferdraht umwickelt.

Wenn die Spirale bei dir nicht eingesetzt werden kann, gibt es noch die Kupferkette und den Kupferball. Sie sind eher für eine kleinere Gebärmutter geeignet.

Alle drei Intrauterinpessaren wirken ähnlich. Sie haben nur unterschiedliche Formen.
Durch das Kupfer verändert sich das Milieu in der Gebärmutter. Die Beweglichkeit der Spermien wird dadurch verlangsamt. Sollte ein Spermium sich doch bis zur Eizelle durchkämpfen, kann es sich nicht einnisten, weil eines der Intrauterinpessare dort bereits sitzt.

Bei der Kupferkette sind kleine Kupferröhrchen auf einem Nylonfaden aufgezogen.

Der Kupferball ist ein Draht, auf dem Kupferperlen aufgefädelt sind. Das ganze ist zu einem Ball geformt.

Die Kupferkette und der Kupferball sind noch nicht so lange auf dem Markt. Frag also am Besten dein*e Frauenärzt*in, ob er*sie sie dir einsetzt.

Nachteil der Intrauterinpessaren ist, dass ein Eingriff notwendig ist, um sie einzusetzen. Das ist natürlich anstrengend für deinen Körper. Außerdem haben einige Frauen stärkere Menstruationskrämpfe, wenn sie so verhüten.

Dafür können sie 3 – manchmal sogar 10 Jahre in der Gebärmutter bleiben.

Sterilisation des Mannes

Pearl – Index: 0,1

Kosten: 450 – 500 Euro

Wenn du und dein Partner sich endgültig dazu entscheiden, keine Kinder (mehr) zu bekommen, kann er sich auch sterilisieren lassen.

Bei Männern heißt die Sterilisation Vasektomie.
Es ist ein minimaler Eingriff unter örtlicher Betäubung. Er muss nicht stationär im Krankenhaus bleiben und kann nach dem Eingriff wieder nach Hause.

Lustgefühl und Ejakulationsvermögen bleiben erhalten. Er muss keine Angst vor einer Beeinträchtigung haben.

Allerdings ist es eine finale Entscheidung, weil eine Vasektomie kaum Rückgängig gemacht werden kann.

Sterilisation der Frau

Pearl – Index: 0,2 -0,3

Kosten: 600 – 1000 Euro

Weil deine weiblichen Geschlechtsorgane komplexer sind, als die des Mannes, ist die Sterilisation der Frau auch teurer.
Außerdem ist der Eingriff sehr viel aufwändiger.

Bei der Sterilisation der Frau werden die Eileiter durchtrennt. Und um die Eileiter zu Durchtrennen, ist eine Bauchspiegelung oder Öffnung der Bauchdecke nötig. Das bedeutet, du wirst unter Vollnarkose sterilisiert.

Es kann gut sein, dass du Narben zurück behältst. Direkt nach der Sterilisation hast du auf jeden Fall Wunden, die schmerzhaft sind und versorgt werden müssen.
Im Gegensatz zur Sterilisation des Mannes wirst du stationär aufgenommen.

Bei der Sterilisation der Frau besteht auch leider das Risiko, dass benachbarte Organe und/oder Nerven beschädigt werden. Es kann außerdem zu Blutungsstörungen kommen. Oder deine Menopause setzt verfrüht ein.

Ich rate dir, diesen Schritt gut zu überlegen, weil der Eingriff sehr anstrengend für deinen Körper ist und nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.

Wenn du sterilisiert bist, kannst du definitiv nie wieder Kinder bekommen.

Gute Gründe für hormonfreie Verhütungsmittel

Hormonfreie Verhütungsmittel sind zwar oft aufwändiger in der Anwendung, als die Pille. Dafür musst du dir aber keine Sorgen um ihre gefährlichen Nebenwirkungen machen.

Außerdem lernst du deinen Körper neu kennen und bekommst einen neuen Bezug zu dir selbst.
Ich habe zum Beispiel ein positives Körperbewusstsein bekommen und bin nun wahnsinnig stolz auf keinen Körper. Ich sehe, welche Leistungen er vollbringt und was mein Zyklus schafft.

Denn dein natürlicher Zyklus ist etwas wundervolles. Dein Körper kann Zyklus um Zyklus neues Leben erschaffen. Er regelt alles von alleine.

Letztendlich bleibt die Entscheidung aber dir überlassen. Du alleine bestimmst über deinen Körper. Und nur du entscheidest, was ihm gut tut und was nicht. Wichtig ist, dass du dich informierst und Bescheid weißt. Die endgültige Entscheidung sollte dann aber immer deine eigene sein.

nächste Woche...

Das waren zwar noch nicht alle hormonfreien Verhütungsmittel. Ich finde aber, dass das Thema natürliche Verhütung einen eigenen Beitrag verdient hat. Also gibt es dazu nächsten Freitag einen extra Blogartikel plus Fazit und meine Empfehlung und bevorzugte Verhütungsmethode(n).

Du möchtest mehr über hormonfreie Verhütung wissen?

Warte auf meinen Artikel nächsten Freitag 🙂

Oder schau dir in der Zwischenzeit diese website an.

Wie verhütest du? Benutzt du schon hormonfreie Verhütungsmittel? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Erzähl mir gerne mehr davon in den Kommentaren.

In Liebe,

deine Pia

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Hey, ich bin Pia.
Auf diesem Blog zeige ich dir, einen entspannten Umgang mit dir selbst.
Ich möchte Erholung in deinen Alltag integrieren und über den weiblichen Körper und die weibliche Sexualität aufklären, um einen gelassenen Umgang damit schaffen.
Vielleicht kann ich das ein oder andere Tabu für dich brechen und Wissenslücken schließen.
Ganz viel Spaß auf Vulvarine.

Mehr über mich…

#vempowerment

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