Weibliche* Selbstbefriedigung – warum und wie du dich verwöhnst

Leider ist auch das Thema Selbstbefriedigung bei Frauen* noch oft sehr tabuisiert und schambesetzt.

Und das obwohl 86% aller Frauen* angeben, sich regelmäßig selbst zu befriedigen.

Lass‘ und also dir Scham und die Vorurteile hinter und lassen und eintauchen in die Welt weiblicher* Masturbation.

Denn nicht nur Männer* stehen auf Selbstbefriedigung, auch Frauen* genießen die Zeit nur mit sich.

Warum das so ist und Tipps, um dich zu verwöhnen, erfährst du in diesem Artikel.

Warum weibliche* Selbstbefriedigung schön ist

1. Selbstbefriedigung ist Zeit mit dir

An Frauen* werden in unserer Gesellschaft leider hohe Anforderungen gestellt. Gehen wir kurz zurück zur Bibel. Schau dir einmal Maria an: sie ist die perfekte Frau*, ohne jeden Makel, selbst ein Kind hat sie bekommen, ohne je Sex gehabt zu haben – in einer unbefleckten Empfängnis. Die Männerfiguren in der Bibel sind alle Sünder und werden trotzdem Heilige. Frauen* ist das nicht gestattet.

Ich finde schon alleine den Gedanken ziemlich schräg und diskriminierend, dass Männern* der Sex gestattet ist, die Frau* gilt dann aber als unrein.

Das sind Anforderungen und Bilder, die du nicht erfüllen kannst und auch nicht erfüllen solltest.

Dafür ist es umso wichtiger, dass das Tabu der weiblichen* Selbstbefriedigung gebrochen wird und wir offen damit umgehen.

Um das allerdings zu schaffen, ist es wahnsinnig wichtig, dass du dir Zeit mit dir selbst nimmst, um dich kennenzulernen und zu wissen, was dir gefällt. Nur so kannst du auch genussvolle(re) Sexualität erleben. Woher soll dein Gegenüber wissen, was dir gefällt, wenn du es selbst nicht weißt?

Und nicht nur im Bereich der Sexualität ist es wichtig – auch in allen anderen Lebensbereichen solltest du dir Zeit nur für dich nehmen. Wirst du immer nur allen anderen Gerecht, brennst du irgendwann aus.

Setze dich also an erste Stelle – in allen Lebensbereichen.

2. Selbstfindung durch Selbstbefriedigung

Wie wichtig es ist, dass du dir Zeit für dich nimmst, um dich kennenzulernen, habe ich diesem und in diesem Artikel beschrieben.

Nimmst du dir Zeit mit dir, beginnst du automatisch eine Reise zu dir selbst. Du lernst, auf dich zu hören und nach und nach immer mehr auf deine Bedürfnisse zu achten.

Vor allem Frauen* kennen ihren Körper oft nicht. Das fängt häufig schon bei der Wahl der richtigen Bezeichnungen an. Was genau deine Vulva und Vagina ist und wie dein Zyklus funktioniert kannst du gerne in meinen Artikeln nachlesen.

Und um dich selbst kennenzulernen ist eine Auseinandersetzung mit deinem Körper unumgänglich. Ich finde, es ist eine der schönsten Reisen, die du antreten kannst.

3. Entspannung durch Selbstbefriedigung

Zahlreiche Studien belegen, dass ein Orgasmus den Körper entspannt. Ich denke, es ist allein schon entspannen, wenn du dir Zeit für dich zugestehst, Zeit, in der du dich kennenlernen willst.

Denn du selbst bist der Mensch, mit dem du in deinem Leben die meiste Zeit verbringst, von daher ist es unglaublich wichtig, zu wissen, was dir gut tut und wie du einen Ausgleich, Ruhe und Entspannung finden kannst.

Und ein Weg der Entspannung geht über deine Sexualität.

Hierbei geht es nicht zwangsläufig darum, zum Orgasmus zu kommen. Wenn du kommst, ist das natürlich schön. Es kann aber auch schön sein, deinen Körper kennenzulernen, zu spüren, was sich gut anfühlt oder wie dein Körper aufgebaut ist.

4. Selbstbefriedigung als Orgasmusgarant

Ich finde zwar, dass der Orgasmus nicht Hauptziel der Selbstbefriedigung sein sollte. Sondern, lernen zu spüren und zu genießen, was dir gut tut. Dir selbst dann dadurch näher kommen. Dir und deinem Körper näher zu sein.

Allerdings kommen doppelt so viele Frauen* durch Selbstbefriedigung zum Höhepunkt, als es beim Sex mit Mann* der Fall ist.

Selbstbefriedigung ist also ein ziemlicher Orgasmusgarant.

Denn viele Männer* wissen leider noch immer nicht, was genau einer Frau* gefällt. Hier kannst du Abhilfe schaffen, in dem du durch Selbstbefriedigung selber herausfindest, was dir gefällt und wie du gut zum Orgasmus kommst. Wenn du das dann deinem*r Partner*in mitteilst, könntest du auch mehr Orgasmen beim Sex haben.

Und ein Vorteil von Orgasmen ist: sie bauen Stress ab.

Es lohnt sich also selbst Hand anzulegen.

5. körperliche Benefits der Selbstbefriedigung

Und nicht nur für deine persönliche Entwicklung und deine Psyche ist Selbstbefriedigung gut und wichtig.

Es gibt auch klare körperliche Benefits durch Selbstbefriedigung:

  • Selbstbefriedigung beugt Harnwegsinfektionnen und Blasenentzünfungen vor

  • Menstruationsbeschwerden werden geringer durch Selbstbefriedigung

  • Selbstbefriedigung stärkt deine Beckenbodenmuskulatur

  • Migräne und Kopfschmerzen lassen sich durch Selbstbefriedigung lindern und mindern

  • Selbstbefriedigung hilft bei Bluthochdruck

  • Das Risiko von Diabetes Typ 2 kann durch Selbstbefriedigung gemindert werden

  • Selbstbefriedigung vermindert Schlafstörungen
    Besonders effektiv ist es hier, wenn du dich kurz vor dem Schlafen gehen selbst befriedigst. Nach der Selbstbefriedigung braucht dein Körper kurze Erholung und du kannst leichter einschlafen.

Tipps für deine Selbstbefriedigung

1. Ungestörtheit

Wichtig ist, dass du dir einen Raum schaffst, in dem du ungestört bist. Vor allem für den Anfang ist es leichter, wenn du alleine zu Hause bist, niemand dich stört und niemand mitbekommt, dass du dich selbst befriedigst. So kannst du dich ganz auf dich, deinen Körper und deine Empfindungen konzentrieren und bist gedanklich weniger abgelenkt.

2. Ruhe und Entspannung

Besonders schön ist es, wenn du dir wirklich Zeit nimmst, um dich selbst zu befriedigen. Versuch also nicht direkt Hand anzulegen, sondern dich erst einmal hinzulegen und zur Ruhe zu kommen.

Konzentriere dich hierbei auf deinen Atem und atme tief in deinen Bauch. Dadurch bekommt dein Körper genug Sauerstoff und wird automatisch ruhiger.

Wenn du willst, kannst du dir auch gerne Kerzen anzünden, Durft im Raum verteilen oder angenehme Musik anmachen.

Probier einfach ein wenig aus, was dich entspannt und zur Ruhe bringt.

Wichtig hierbei ist auch, dass du kein schlechtes Gewissen hast.

Viele Frauen* denken, Selbstbefriedigung sei etwas unanständiges oder sind in einer Beziehung und haben dem*r Partner*in gegenüber ein schlechtes Gewissen.

Hierbei hilft, dir selbst die Erlaubnis zu geben, es zu tun. Erlaube dir, dich selbst zu befriedigen. Das ist total in Ordnung und sogar gut.

Es bedeutet nicht, dass dir Sex mit deinem*r Partner*in keinen Spaß macht. Hab ihm*r gegenüber also kein schlechtes Gewissen.

Selbstbefriedigung ist auch nichts, wofür du dich schämen solltest.

Männer* tun es super häufig und sprechen darüber – warum also nicht auch wir Frauen*?

Nur du kannst deinen Umgang mit Selbstbefriedigung positiv besetzen. Und das ist dein erster Schritt das Thema gesellschaftsfähig zu machen.

Lasse Selbstbefriedigung zu deiner Normalität werden – so können andere von dir und deinem Umgang mit dem Thema lernen.

Es ist auch wichtig, dass du dich nicht unter Druck setzt, einen Orgasmus bekommen zu müssen. Auch, wenn du nicht zum Höhepunkt kommst, ist das vollkommen in Ordnung. Nimm dir also selbst den Druck und lass dich von deinem Körper leiten. Er weiß, was er gerade braucht.

3. Kreativität: alles, was dir gefällt

Bei deiner Selbstbefriedigung ist alles erlaubt, worauf du gerade Lust hast.

Vielleicht möchtest du dich mal an einem fremden Ort selbst befriedigen?

Oder ein neues Sexspielzeug ausprobieren?

Was auch immer dir einfällt und du gerne versuchen möchtest, trau dich und sei kreativ.

4. Dein ganzer Körper

Du hast wahrscheinlich mehr als nur eine erogene Zone. Vielleicht sind es zu deiner Vulva und Vagina noch deine Brüste, dein Por, deine Ohren oder dein Bauch. Was auch immer dir gefällt: beziehe gerne deinen gesamten Körper mit in deine Selbstbefriedigung. Probier dich aus und spüre nach, was sich gut anfühlt.

Es gibt als Frau* so viele verschiedene Arten zum Orgasmus zu kommen und sich selbst zu befriedigen.

Versuch doch mal, dich auf eine neue Art zu stimulieren.

Oder erlebe einen Orgasmus durch doppelte Stimulation. Hierfür kannst du zuerst deine Klitoris stimulieren und anschließend deinen G – Punkt mit einbeziehen. So kannst du einen Doppelten – Orgasmus haben: Klitoral und Vaginal.

5. Pornos / erotische Geschichten

Nicht nur Männer* schauen Pornos. Auch Frauen* lassen sich hiervon gerne inspirieren. Hier kannst du dir durchlesen, was die Top 10 Suchbegriffe sind, was Frauen* in Pornos sehen wollen.

Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Regisseurinnen und Autorinnen erotischer Geschichten, die sich speziell auf ein weibliches* Publikum und die weibliche* Lust spezialisiert haben.

Hierzu zählen zum Beispiel Erika Lust, die Sugar Town Girls oder Maike Brochhaus.

Erotische Hörspiele findest du zum Beispiel hier.

Alle meine Vorschläge sind unter fairen Bedingungen produziert und speziell für die weibliche* Lust.

Schau doch einfach mal rein oder stöber durch das Internet und finde heraus, was dir gefällt.

6. Gedankenspiele

Als Alternative zu Pornos oder erotischen Geschichten kannst du auch einfach deinen Gedanken freien lauf lassen.

Es kann vielleicht ein paar Anläufe brauchen, bis du rausgefunden hast, welche Fantasie dir gefällt. Aber es lohnt sich. Und erlaubt ist alles, was dir gefällt.

Und nur, weil du es in deiner Fantasie erotisch findest, musst das nicht automatisch heißen, dass du Sexualität so gerne im wahren Leben erfahren möchtest.

Viele Frauen* träumen zum Beispiel von Sex im Freien oder davon, dass sie der dominante oder auch unterwürfige Part beim Liebesspiel sind.

Vielleicht fantasierst auch du davon oder von einem Dreier oder Vierer, von Sex mit einem Fremden oder von Rollenspielen.

Wenn du nicht willst, gehören deine Fantasien nur dir und du musst sie mit niemandem teilen.

Lass es zu und spür‘ in dich, was dir gefällt. Für keine deiner Fantasien musst du dich schämen.

Und falls du doch Lust bekommst, eine deiner Fantasien in die Realität umzusetzen: Nur zu – trau dich und probier dich aus.

7. Gleitgel, Öle

Manche Frauen* finden es angenehm Gleitgele oder Öle zur Selbstbefriedigung zu nehmen. Vor allem, wenn du Probleme damit haben solltest, feucht zu werden, können sich diese kleinen Hilfsmittel für dich schön anfühlen.

Aber auch, wenn du keine Schwierigkeiten hast und leicht feucht wirst, können sie zur Steigerung deiner Lust beitragen. Gleitgel oder Öl kann deine Berührungen und Empfindungen intensiver werden lassen.

Auch hier gilt wieder: versuch es einfach.

8. Sexspielzeug

Hier findest du (fast) alles, was dein lustvolles Herz begehrt.

Eine Studie der Northwestern University zeigte, dass Frauen* mit einem Vibrator leichter zum Höhepunkt kommen.

Wenn du deine Finger und Hände benutzt, spürst du zwar mehr, da auch deine Fingerkuppen sehr empfindsam sind und du deinen Körper auf diese Weise gut kennenlernst. Wenn du allerdings Selbstbefriedigung mit einem Sexspielzueg versuchen möchtest oder es dir damit viel Spaß macht, will ich dich hier nicht davon abbringen.

Denn erlaubt ist alles, was dir gefällt.

Und der Zervix – Orgasmus zum Beispiel ist ohne Sexspielzeug kaum möglich. Also stöber dich gerne durch die Website oder einen Sex – Shop in deiner Umgebung und schau, was dich anspricht.

9. Alternativen zum Sexspielzeug

Abgesehen von deinen Fingern und Händen gibt es noch zahlreiche Alternativen zum Sexspielzeug.

Versuch es doch mal mit einem Duschkopf oder der elektrischen Zahnbürste. Du kannst auch ein Kissen, eine Strumpfhose oder einen Tennisball an deiner Klitoris reiben.

Einige Frauen* befriedigen sich auch mit Gemüse. Hierbei ist nur wichtig, dass du der Gurke, Zucchini, der Möhre oder dem Maiskolben ein Kondom überziehst, damit keine Keime in deine Vagina gelangen und dann kannst du so versuchen, deinen G – Punkt zu stimulieren.

Wenn du einen Whirlpool zu Hause hast, kannst du deine Vulva auch an die Drüsen des Whirlpools halten und sie massieren lassen.

Ich habe auch von Frauen* gelesen, die ihre Vulva an einem Tischbein oder der Tischkante reiben oder eine große Vase über ihre Klitoris gleiten lassen und berichten, dass das kühle Material sich gut anfühlt.

Du kannst auch versuchen dein altbewährtes Sexspielzeug in einer anderen Position zu verwenden – leg dich zum Beispiel auf den Bauch und stimuliere deine Klitoris von unten.

Lass deine Kreativität ruhig zu – so lernst du dich selbst wunderbar kennen, findest zu dir und kommst in deine (sexuelle) Kraft.

Du willst mehr Selbstliebe?

Schau doch mal hier vorbei.

Was hast du für Tipps bei der Selbstbefriedigung? Was gefällt dir und was für Erfahrungen hast du gemacht? Erzähle es mir super gerne in den Kommentaren oder schreib mir eine Nachricht.

In Liebe,

deine Pia

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Hey, ich bin Pia.
Auf diesem Blog zeige ich dir, einen entspannten Umgang mit dir selbst.
Ich möchte Erholung in deinen Alltag integrieren und über den weiblichen Körper und die weibliche Sexualität aufklären, um einen gelassenen Umgang damit schaffen.
Vielleicht kann ich das ein oder andere Tabu für dich brechen und Wissenslücken schließen.
Ganz viel Spaß auf Vulvarine.

Mehr über mich…

#vempowerment

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